Warum Implantate verloren gehen — und drei Gewohnheiten, die das meist verhindern
Die Implantatüberlebensrate liegt nach zehn Jahren über 95 Prozent. Die Fälle außerhalb dieser Zahl teilen meist drei Ursachen — zwei davon liegen beim Patienten.
8 Min. Lesezeit Elif Karadağ
Ursache eins: die Position, entschieden vor der OP
Ein Implantat, das dort gesetzt wurde, wo zufällig Knochen war, statt dort, wo die Krone hingehört, wird lebenslang außeraxial belastet. Das ist ein Planungsfehler und wird in der Software gelöst, nicht im Mund. Lassen Sie sich die Planung am DVT vor der OP zeigen.
Ursache zwei: Periimplantitis
Das Zahnfleisch um ein Implantat entzündet sich wie um einen Zahn, doch der Gewebeansatz ist schwächer und der Knochenabbau schreitet schneller voran. Meist schmerzfrei, bis es fortgeschritten ist. Tägliche Interdentalreinigung und halbjährliche Kontrolle sind das gesamte Präventionsprotokoll.
Ursache drei: Rauchen
Rauchen senkt die Implantatüberlebensrate messbar, weil es die Durchblutung in der Heilphase beeinträchtigt. Der Effekt ist in den ersten drei Monaten am größten. Zwei Wochen vor und acht Wochen nach der OP aufzuhören sichert den größten Teil des Nutzens — selbst wenn Sie danach wieder anfangen.
Drei Gewohnheiten, die das meiste abdecken
- Täglich Interdentalbürsten in der richtigen Größe. Zahnseide allein erreicht den Implantataufbau nicht rundum.
- Halbjährliche professionelle Erhaltungstermine, bei denen das Gewebe sondiert und gemessen wird — nicht nur angeschaut.
- Eine Schiene bei Bruxismus. Implantate haben kein Parodontalligament und damit keine Propriozeption — Sie spüren die Überlastung nicht.
Worauf Sie achten sollten
Blutung beim Reinigen um ein Implantat ist nicht normal und das früheste Zeichen, auf das zu reagieren sich lohnt. Ebenso ein metallischer Geschmack, ein verändertes Druckgefühl an der Krone oder jegliche Lockerung. Nichts davon sollte man aussitzen.